Jusos Bramsche - Linksradikale kein Unterschied zu rechtsradikalen Verbrechen?
24. März 2010
Die neulich veröffentlichte Statistik des Bundesinnenministeriums zu politisch motivierten Straftaten hat viele Menschen erschreckt. In Deutschland wurde im letzten Jahr ein Höchststand von 33.917 Delikten erreicht, die Zahl der Gewalttaten stieg sogar um ein Fünftel auf 3044. Erschreckend hierbei ist, dass bei den linken Gewaltdelikten eine Steigerungsrate in Höhe von 53,4 Prozent festgestellt wurde; nichtsdestotrotz war die Zahl der rechten Straftaten immer noch doppelt so hoch wie die der linken. Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, dass Handlungsbedarf besteht!
Die Jusos als linksorientierte Organisation distanzieren sich absolut von linksradikalen Straftaten und verurteilen dies ohne Ausnahmen. Selbst wenn sie als Jugendorganisation der SPD vor allem im Kampf gegen Rechtsextremismus an vorderster Stelle mitkämpft, können Taten der gegenteiligen Szene niemals gutgeheißen werden.
Vor allem die Tatsache, dass erstmals mehr Körperverletzungen mit linkem als mit rechtem Hintergrund festgestellt wurden, ist schockierend. Jusos nehmen grundsätzlichen an Demonstrationen und Aktionen teil, auch in Kooperation mit anderen linken Projekten oder Gruppen, aber lehnen Gewalt in jeder Form ab: „Ob nun ein Linker oder ein Rechter zuschlägt, ist egal – beide sind vollkommene Idioten, denn Gewalt ist keine Lösung!“, so der Vorsitzende der Juso-AG Bramsche, Alexander Dohe.
Nazis entsprechen anscheinend immer weniger dem Gesellschaftsbild, brutal und gewaltbereit zu sein – die rechten Gewalttaten nehmen ab. Stattdessen scheint die linksradikale Szene sich dem anzunehmen, was auch ein dunkles Licht auf den gesamten antifaschistischen Kampf wirft.
Die Jusos Bramsche fordern, ebenfalls wie u.a. die SPD-Bundestagsfraktion, eine deutliche Aufstockung der Mittel für Extremismusprogramme und nicht dem verlockenden Gedanken zu verfallen, linke und rechte Straftaten miteinander gleichzusetzen.